Mit Innovationen aus der Krise Geschrieben am Sonntag, 18. Januar 2009 von firmenpresse Konjunkturpaket fördert Forschung und Entwicklung im Mittelstand

von Peer Daniel Eggenfelder

Berlin - Deutschland soll stärker aus der Wirtschafts- und Finanzkrise herauskommen als es hineingegangen ist. So sieht es der Beschluss der Koalitionsrunde vor, der das so genannte Konjunkturpaket II über 50 Milliarden Euro besiegelt und sowohl die öffentlichen wie die privaten Investionen ankurbeln soll.

Bestandteil des Konjunkturpaketes ist auch die Aufstockung der Mittel zur Innovationsförderung durch den Bund. Jeweils 450 Millionen Euro sollen in den Jahren 2009 und 2010 zusätzlich in Forschung und Entwicklung (FuE) im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fließen, um den in der Wirtschaftskrise gewachsenen Finanzierungsbedarf des Mittelstandes zu decken. Für viele Mittelständler ein wichtiger Schritt, schließlich würden gerade in produktionsarmen Zeiten die Innovationsbemühungen forciert, meint Christoph Hadder, geschäftsführender Gesellschafter der Nießing Anlagenbau GmbH http://www.niessing.de in Borken. „Wir besinnen uns klar auf unsere Stärken und konzentrieren uns darauf, in unserem Segment bei technischen Innovationen ganz vorn dabei zu sein“, sagt Hadder. In vielen Bereichen kann die heimische Wirtschaft nach Auffassung des in Düsseldorf erscheinenden Wirtschaftsblattes http://www.wirtschaftsblatt.de schon heute „einen technischen Vorsprung vorweisen. Die Forschung wird immer mehr zum Schrittmacher für rentables Wachstum“, so Wirtschaftsblattautorin Susanne Feldges.Trotz Abwrackprämie und Neuregelung der KFZ-Steuer gilt dies offensichtlich auch für den Automobilsektor. „Der Handlungsdruck in der Automobilindustrie ist gigantisch, die Branche lechzt geradezu nach einer rasanten Innovationsfahrt“, konstatiert das Wirtschaftsblatt.

Für die Jahre 2009 und 2010 werden im Konjunkturpaket zusätzlich 500 Millionen Euro über Förderprogramme und Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt, die nach Ansicht der Bundesregierung für Forschung und Entwicklung fließen sollen, etwa in Sachen Hybridantrieb, Brennstoffzell- oder Speichertechnologien. Allerdings werden sich die Probleme der Automobilindustrie nicht nur durch die stete Verbesserung der Produkte selbst lösen lassen. „Aus meiner Sicht sind die deutschen Hersteller mit ihren Produkten sehr gut aufgestellt. Nun muss die Vertriebsleistung und die Performance hier noch nachziehen“, forderte Uwe Röhrig, Inhaber der Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de in Hannover-Langenhagen und Berlin.

Beispielsweise sollten die Millionen-Budgets, die bisher in die klassische und leider oft schwer verständliche Werbung gesteckt wurden, in Qualifizierung der Vertriebsmannschaft gesteckt „und in innovative, für den Kunden einfache und verständliche Dienstleistungsprodukte investiert werden, und das ganz schnell“, fordert Röhrig, der auch Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmw.de ist. Angesichts der negativen Meldungen vom Automarkt finde die Tatsache, „dass die Autohersteller und der Handel erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um der negativen Berichterstattung auch mit adäquaten Fahrzeugkonzepten und Dienstleistungsbausteinen entgegenzuwirken, leider nur wenig Beachtung“, bedauert Röhrig.

Positiv bewertete der Verband der Automobilindustrie (VDA) http://www.vda.de die Einrichtung eines zusätzlichen Kreditprogramms für Unternehmen durch das Konjunkturpaket. „Mit dem nun vereinbarten Kredit- und Bürgschaftsprogramm schafft die Koalition einen dringend notwendigen Ausweg aus der drohenden Kreditklemme und sichert die unverzichtbare Liquidität", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Gerade die innovative, mittelständisch strukturierte Automobilzulieferindustrie könne davon profitieren, so seine Prognose.


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