IKOM: Nachfrage nach Absolventen rückläufig auf hohem Niveau Geschrieben am Samstag, 03. Januar 2009 von firmenpresse Die IKOM – Das Karriereforum der TU München – hat heute ihren Bericht Ausblick Studierende & Absolventen Dezember 2008 veröffentlicht. Der IKOM Stellenindex ist weiter rückläufig und befindet sich seit nunmehr Juli 2008 im Sinkflug. Gleichwohl geben die Zahlen des Arbeitsmarktes für Absolventen deutlich Entwarnung.

Rezessive Tendenzen in technischen und hochqualifizierten Berufen sind trotz deutlicher Rückschläge im 2.Halbjahr 2009 insbesondere im deutschen Export nicht anzunehmen. Wesentliche Risiken liegen in diesem Segment des Arbeitsmarktes in der Dauer der Krise begründet. Sollte sich die Rezession bis ins Jahr 2010 ausdehnen werden Unternehmen ihre langfristigen Sockeleinstellungen von Fachkräften nach unten anpassen. Dies kann gegenwärtig jedoch nicht konstatiert werden.

Dabei zeigt sich, dass die Unternehmen ihr Potential an Fachkräften in der Krise weiterhin voll ausschöpfen wollen. Ein Grund ist der seit Jahren gestiegene Nachfrageüberhang nach Akademikern in der deutsche Industrie, der sich als langfristige Erscheinung am Arbeitsmarkt auch durch eine derartige Rezession nicht weg diskutieren lässt. Mit Blick auf die ifo-Daten zeigt sich, dass die erwartete Beschäftigungssituation besser als das Geschäftsklima eingeschätzt wird, dabei liegt der IKOM Stellenindex nochmals besser. Summa Summarum geht die IKOM durch den konjunkturellen Einbruch im 2.Halbjahr 2008 und den negativen Aussichten der Frühindikatoren bedingt von einer von einem Zyklushoch ausgehend signifikant-negativen Entwicklung aus.

Der IKOM Stellenindex notiert gegenwärtig bei 96 Indexpunkte (Vormonat: 100, Vorjahr 105) und ist seit seinem Hoch im Juli auf dem Sinkflug. Alle Indices sind auf August 2007 normiert.
Die Unternehmen haben ihre Stellenangebote auch auf der TUM-Jobbörse ihre Angebote reduziert. Alle von uns repräsentativ betrachteten Fächergruppen haben mit geringeren Jobangeboten zu kämpfen. Der IKOM TUM Jobbörse Index steht bei 106 Indexpunkten (Vormonat: 134, Vorjahr 104).

Alle von der IKOM betrachteten Fächergruppen haben mit geringeren Jobangeboten zu kämpfen. Dabei notieren Informatiker und Ingenieure deutlich höher, während sich Banking & Finance am unteren Ende bewegt. Bemerkenswert ist der Umstand mit welcher Geschwindigkeit sich die verschlechterten Geschäftserwartungen auf die realen Einstellungsangebote der Unternehmen durchgeschlagen haben, wenngleich dies in geringerem Umfang stattgefunden hat. Wenn sich die Rezession jedoch bis ins Jahr 2010 und darüber hinaus fortsetzen wird, ist eine wesentliche Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation für Berufseinsteiger durchaus anzunehmen. Dabei ist eine wesentliche Verschlechterung als Nachfrage unterhalb des niedrigsten Standes der letzten Dekade zu verstehen.
Nachfrage nach Fächern aufgeschlüsselt

Wirtschaftswissenschaftler waren im Oktober 2008 etwas weniger gefragt als noch im Monat zuvor (Indexstand Nov. 104, Vormonat 109). Auch im Jahresvergleich sieht es negativ aus (Vorjahr 108). Mit Blick auf den Subarbeitsmarkt im Bankgewerbe ist ein deutlicherer Rückgang im Jahresvergleich zu konstatieren, ein Trend der schon vorzeitig einsetzte. Angesichts des konjunkturellen Vorlaufs des Finanzmarktes gegenüber der Realwirtschaft insbesondere in dieser Krise sollte dies jedoch nicht verwunderlich sein. Die Nachfrage nach Informatikern ist hingegen weiter ungebrochen (Indexstand 134). Jedoch zeichnen sich erste Bremsspuren sowie eine Konsolidierung auf hohem Niveau ab (Vormonat 144, Vorjahr 112). Die Nachfrage nach Naturwissenschaftler ist seit Oktober mit einem Indexstand von 100 wieder rückläufig (Vormonat 106, Vorjahr 110), wenngleich im Gesamtbild von einem nahezu unverändertem Bild auszugehen ist. In den nächsten Monaten ist Saison-bedingt mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Es ist jedoch zu konzedieren, dass Naturwissenschaftler eine heterogene Gruppe darstellen, in der deutliche Divergenzen innerhalb auftreten. Ganz ähnlich verhält sich die Nachfrage nach E-Technikern (Indexstand 100, Vormonat 106, Vorjahr 108). Auch die Bauingenieure weichen nur geringfügig ab (Indexstand 98, Vormonat 103, Vorjahr 114). Dabei bestätigt die hohe Kontinuität der Anmeldezahlen zur IKOM Bau, welche sogar noch geringfügig gestiegen, ist diese Stabilität. Deutschlandweit gesehen sind sowohl das Geschäftsklima als auch die Bauinvestitionen für 2009 (Prognose: -0,9% entspricht 1 Mrd.) sind deutlich rückläufig. Demgegenüber muss jedoch dem öffentlichen Bau, der mit 30 Mrd. EUR (2007; entspricht rund 30%) der gesamten Bautätigkeit ausmacht, und nach aktueller Nachrichtenlage durch Konjunkturmaßnahmen zusätzlich befördert werden wird, eine mehr als stabilisierende Rolle konzediert werden. Zudem sind die bestehenden langfristig ausgerichteten Aufträge in der Bauindustrie insbesondere durch die öffentliche Hand nicht dazu geneigt, kurzfristige Einbrüche zu befördern. Nach dem starken Anstieg der Nachfrage nach Ingenieuren im Juni diesen Jahres (Juni 145) und einer darauf folgenden Abkühlung hat sich der Markt im November negativer entwickelt (Indexstand 130, Vormonat 138, Vorjahr 108). Eine Entwicklung, welche nicht auf saisonale Effekte zurückzuführen sein sollte. Gemeinsam mit den Informatikern sind dies jedoch die besten Branchenwerte.

Angebotsarten

Hinsichtlich der Angebotsarten in der TUM Jobbörse zeichnet sich ein differenziertes Bild. Unternehmen haben ihre Suche nach Festanstellungen und Praktikumsstellen zurückgefahren. Die Angebote für Diplom-, Bachelor und Masterarbeiten halten sich jedoch vergleichsweise stabil. Mit Blick auf die Rezession und saisonale Effekte ist mit einer negativen Entwicklung im Dezember und Januar zu rechnen.

IKOM Bericht zum Download

Der vollständige Bericht „IKOM Ausblick Studierende & Absolventen Dezember 2008“ mit allen Graphiken und Informationen zu den Erhebungen finden sich auf www.ikom.tum.de/press.

Die IKOM ermittelt monatlich ihren Index IKOM-Stellenindex für Absolventen & Akademiker und dessen Subindizes sowie den IKOM-TUM-Jobbörse Index auf der Grundlage der Datenbank der TUM-Jobbörse und der Konsensus-Indikationen von über 40 Arbeitsmarktindikatoren von den verschiedensten Anbietern und Branchen. Die gewonnenen Daten werden auf Doppelnennungen hingehend untersucht und entsprechend bereinigt. Es findet jedoch keine saisonale Bereinigung statt.

Firmenumfrage 2008 – Zustimmung auf Höchststand

Jedes Jahr auf der IKOM in Garching wertet die IKOM die Zufriedenheit zur IKOM sowie die Einstellungspolitik der Unternehmen aus. Ein wesentlicher Trend der letzten Jahre war, dass teilnehmende Unternehmen die IKOM in den letzten Jahren verstärkt zum Hochschulmarketing genutzt haben. Dieser Trend bestätigte sich auch in diesem Jahr.
Historisch gesehen kann die IKOM auf eine kontinuierliche hohe Zustimmung verweisen. Insbesondere in diesem Jahr konnten neue Maßstäbe gesetzt werden (Zustimmung 99%, Vorjahr 85%), dies ist angesichts der Rekordanmeldezahlen in 2008 ein umso erfreulicher Vertrauensbeweis. Ferner gaben in diesem Jahr über 82,90% (Vorjahr 72,90%) der Unternehmen an auf der IKOM die für sie passende Studienrichtungen zu finden.

Über den Ausblick Studierende & Absolventen

Seit Oktober gibt die IKOM nunmehr ihre Einschätzung zum Markt für Berufseinsteiger heraus. Die IKOM möchte den Studenten in der Einschätzung der für sie relevanten gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dabei möchte die IKOM Studenten und Öffentlichkeit deutschlandweit erreichen. Die IKOM plant in Zukunft ihre Datenbasis und damit ihre Prognosegüte weiter zu verbessern und die jeweilige Ausgabe mit einem Sonderthema zu ergänzen.


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