Private Equity Branche trotzt der Krise – Suche nach Übernahmezielen geht weiter Geschrieben am Dienstag, 25. November 2008 von firmenpresse Celerant Studie zum Private Equity Markt / keine Kehrtwende im Jahr 2009 / Healthcare und Telekoms als attraktivste Investitionsziele / Fokus auf Bestandsportfolio

Düsseldorf, 18. November 2008 – Totgesagte leben länger: Wie eine aktuelle Studie der Implementierungsberatung Celerant Consulting unter 222 PE-Unternehmen ergab, suchen 44 Prozent der Befragten nach wie vor nach neuen Übernahmezielen. Dabei herrscht derzeit eine „neue Bescheidenheit“, denn 42 Prozent dieser wären auch bereit, Deals einzugehen, die bis dato im Hinblick auf das Transaktionsvolumen zu klein gewesen wären.

„Die Private Equity Branche weiß“, so Stephan Orth, Geschäftsführer Deutschland, „dass sie sich verändern muss. Unklarheit hingegen herrscht über das „wie“. Außerdem zeigte sich, dass sie derzeit das Management ihrer Portfolio-Unternehmen besonders kritisch beobachten.“ Und die Investoren wissen, woher schlechte Ergebnisse kommen: 36 Prozent der Befragten machen das Management für schlechte Betriebsergebnisse verantwortlich. „Angesichts der Tatsache, dass die letzten 10 Jahre von einem vergleichsweise guten wirtschaftlichen Umfeld geprägt waren“, weiß Orth, „dürften die nächsten zwei Jahre wie eine Wasserscheide endgültig gutes von schlechtem Management trennen. Dazu wird auch gehören, dass gute Manager erkennen, welche Skills ihnen fehlen und wo sie diese extern hinzukaufen können.“

Da aufgrund der Finanzkrise der Zugang zu neuen Krediten versperrt ist, sind die PE Unternehmen gezwungen, sich auf ihre Portfolio-Unternehmen zu konzentrieren. Bei den meisten Firmen heißt das in erster Linie Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit durch bessere Prozesse und Operations, wobei die Verlagerung auf Operational Excellence für die meisten PE-Firmen etwas komplett Neues ist.

„Die Ergebnisse“, so Orth, „bestätigen zweierlei. Erstens wird das derzeit trübe Gesamtumfeld noch für einige Zeit zu den Realitäten der Branchen gehören, zweitens kümmern sich PE Firmen jetzt verstärkt um ihr Portfolio und stellen dabei fest, dass es um das Management nicht immer zum Besten steht.“ Die Firmen kehren aber derzeit auch deshalb so fleißig vor ihrer eigenen Tür, weil sie wissen, dass es im Falle einer Marktbelebung jenen Häusern am leichtesten fallen wird, an frisches Kapital zu kommen, die in der Krisenzeit ihre bestehenden Portfolios am erfolgreichsten geführt haben.

Die deutsche Lust am Untergang

Im Rahmen der Studie wurden auch die Erwartungen über die Marktentwicklung abgefragt. In diesem Punkt zeigen sich die deutschen Befragten besonders pessimistisch: Denn während 71 Prozent der Franzosen optimistisch sind, dass sich der Markt in den nächsten 18 Monaten erholen wird, glauben daran nur 32 Prozent der deutschen Private Equity Profis.

Auf die Frage, welches Investitionsverhalten PE-Firmen angesichts der derzeitigen Marktentwicklung vorsehen, ergab die Studie folgende „Hitliste“: 75 Prozent wären bereit mehr Eigenkapital in Übernahmeziele einzubringen (increasing equity/debt ratio), zwei Drittel (66 Prozent) hingegen warten zur Zeit lieber ab als sich in finanzielle Abenteuer zu stürzen, 45 Prozent wären bereit Deals in geographisch neuen Märkte zu tätigen und 44 Prozent wären sogar bereit sich außerhalb der bisher üblichen Sektoren zu engagieren. „Kurzfristig“, so Jochen Vogel, PE-Profi bei Celerant, „sollten die PE-Häuser und die Unternehmen in deren Portfolio sich darauf konzentrieren, die Operational Performance zu verbessern – und zwar in erster Linie weniger durch radikale Kostensenkungen als durch Fokus auf exzellente Prozesse. Unternehmen, die dies berücksichtigen, sind für den kommenden Aufschwung bestens positioniert.“

Die Tatsache, dass nicht sofort investiert wird, bedeutet jedoch nicht, dass die Brautschau nicht weiterginge. So wurde auch abgefragt, welche Branchen derzeit als besonders attraktiv für Investitionen gelten. An der Spitze steht dabei mit 46 Prozent der Gesundheitsbereich gefolgt von der Telekommunikation mit 36 Prozent. Ein Problem stellen allerdings die monetär sehr hohen Eintrittsbarrieren in diese zwei Märkte dar, da es den meisten PE Häusern derzeit am notwendigen Kleingeld mangelt. Vogel: „Dem entspricht im übrigen die Aussage von 42 Prozent der PE-Firmen, dass sie auch bereit wären, sich auf kleinere Deals einzulassen.“

Über die Studie:

Im Rahmen der Studie zu Status und Zukunft der Private Equity Branche sprach Celerant Consulting, die global tätige Implementierungsberatung mit Fokus auf betrieblichen Prozessen, mit 222 PE-Firmen in den USA und Westeuropa. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wo der Private Equity Markt steht, welche Entwicklung für das nächste Jahr erwartet wird und welche Investionsziele die Firmen derzeit im Auge haben. In Deutschland sprach das Unternehmen mit 31 Unternehmenslenkern.


Aktuelle News:
Hier erhalten Sie einen aktuellen Überblick über die Schlagzeilen der deutschen Medien. Stündlich aktualisiert
  • Internet
  • Gesundheit
  • Nachrichten
  • Recht
  • Umwelt
  • Sonstiges
  • Börse
  • Handy
  • Politik
  • Software
  • Wirtschaft
  • Wissenschaft
  • Web-Verzeichnis:
    Dies ist eine umfassende Business-Suchmaschiene für Unternehmer aus dem Mittelstand.
    lupe Seite anmelden | Live-Suche
    Suche in:  

    Unternehmens-Software:
    Hier ist die Marktübersicht mit detaillierten Informationen über betriebliche Softwareprodukte, Branchensoftware, Standard- und Systemsoftware, technisch-wissenschaftliche Programme mit Herstellerinformation und Bezugsquellen.

    Private Equity Branche trotzt der Krise – Suche nach Übernahmezielen geht weiter

    Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

    Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.