Mit Zink erfolgreich gegen Nährstoffmangel Geschrieben am Dienstag, 26. August 2008 von firmenpresse Hunger macht sich ganz eindeutig durch Magenknurren bemerkbar. Doch satt zu sein
allein reicht bei Weitem nicht, denn anders als Hunger macht sich Nährstoffmangel
nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit bemerkbar. Das Resultat: Über die Hälfte
der Menschheit leidet am so genannten verdeckten Hunger, d. h. an Krankheiten, die
durch Vitamin- und Mineralstoffmangel entstehen.

So kann Zinkmangel z. B. das Risiko erhöhen, an Infektionskrankheiten wie
Lungenentzündung oder Durchfall zu erkranken. Und das gerade in
Entwicklungsländern, wo Zinkmangel ein ernst zu nehmendes Problem darstellt –
das mit relativ geringen Mitteln behoben werden könnte: Der Kopenhagener
Konsens 2008 schätzt, dass etwa 80 % der circa 140 Millionen unterernährten
Kinder für jährlich 60 Millionen Dollar mit Zink und Vitamin A versorgt werden
könnten. Doch Verteilaktionen von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln
scheitern oft an der Erreichbarkeit, den Kosten und der Logistik.

Weltweit forschen Wissenschaftler deshalb an der so genannten natürlichen
Anreicherung durch zinkhaltige Düngemittel oder zinkreiche Nutzpflanzen – wie
Agrarökonom Dr. Alexander J. Stein von der Universität Hohenheim. Sein Ansatz,
Mangelernährung zu bekämpfen, besteht darin, Nahrungsmittel nicht erst in der
Fabrik industriell anzureichern, sondern Grundnahrungspflanzen zu züchten, die die
Mikronährstoffe bereits auf dem Feld in ihren essbaren Teilen speichern. Nach
Steins Berechnungen auf der Basis eines WHO-Modells für Indien würde die
Rettung eines einzigen Lebensjahres eines gesunden Menschen durch zinkreichen
Weizen oder Reis höchstens 7,81 Dollar und ein Menschenleben durch diesen
Ansatz zu retten, würde nicht mehr als 115 Dollar kosten.

Da sich durch die natürliche Anreicherung die Pflanzen selbst anreichern, versorgen
sie die Menschen beim Verzehr automatisch mit den benötigten Mikronährstoffen –
und der Mangelernährung kann so wirksam entgegengewirkt werden.

Um die Akzeptanz des mit Zink angereicherten Saatguts zu erhöhen, wird laut Dr.
Stein daran gearbeitet, mit den Inhaltsstoffen auch den Ertrag zu steigern. Der
Pluspunkt dabei: Diese Züchtung stellt nur eine einmalige Anstrengung dar: Denn
die Pflanzen werden nicht nur von Bauern angebaut, wenn sie neues Saatgut
erhalten oder sich neues Saatgut kaufen, sondern die Bauern können einen Teil
der Ernte im folgenden Jahr wieder aussäen oder an andere Bauern verteilen, die
dann ihrerseits Jahr für Jahr anbauen oder Saatgut weitergeben. Somit entsteht
aus den anfänglichen Kosten für die Entwicklung und Verteilung der Pflanzen in
jedem Jahr und bei jedem damit arbeitenden Bauern ein kontinuierlicher
Nutzenstrom.

Komplettiert werden diese Ansätze durch die Düngung mit Zink. In einem Projekt,
das von Professor Ismail Cakmak von der Sabanci Universität Istanbul in Anatolien
durchgeführt wurde, hat es sich als besonders Erfolg versprechend erwiesen,
Zinksulfat direkt auf die Blätter der Pflanzen aufzubringen.


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