Meinungsmacher Verdi: Politik statt Performance Geschrieben am Mittwoch, 25. Juni 2008 von firmenpresse Stellungnahme des DBV zu einem offenen Brief von Verdi an die Beschäftigten der Deutschen Bank

Düsseldorf, den 17.06.2008 - Verdi wendete sich in der vergangenen Woche mit einem offenen Brief an alle Mitarbeiter der Deutschen Bank. Der Gewerkschaftszusammenschluss zielte mit bewusst medienwirksam formulierten Vorwürfen auf Vertreter des DBV. Verdis Kritik: Die Fachgewerkschaft der Bankenbranche lasse sich von Arbeitgebern instrumentalisieren. Festgemacht wurde diese Behauptung an dem Fakt, dass der DBV entscheidende Funktionen in den Kontrollausschüssen des Aufsichtsrats der Deutschen Bank innehat.

Für den DBV ist das Anlass zu folgenden Klarstellungen:

•Bei der Aufsichtsratswahl der Arbeitnehmer konnte sich die Gewerkschaftsliste des DBV mit den meisten Stimmen durchsetzen. Der DBV errang zwei von drei Gewerkschaftsmandaten. Nach der erfolgreichen Wahl in den Aufsichtsrat haben die DBV-Vertreter sich sofort um Zusammenarbeit und Unterstützung aller Arbeitnehmervertreter bemüht. Obwohl sich Verdi dem verweigert hatte, waren diese Bemühungen erfolgreich.

•Dementsprechend wurden Karin Ruck, Bundesvorsitzende des DBV, zur stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und die von ihr unterstützten Kolleginnen und Kollegen in die Ausschüsse gewählt. Karin Ruck setzt damit die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit fort. Seit Gründung von Verdi waren deren Vertreter weder in den Ausschüssen der Deutschen Bank vertreten, noch stellten sie den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden.

Die dem Aufsichtsrat durch Gesetz zugeordnete Überwachungsaufgabe nehmen die DBV-Vertreter ernst. Wie in der Vergangenheit ist es ihr Anliegen, die Interessen der Arbeitnehmerschaft wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Hierzu wird sich der DBV auch weiterhin um die Zusammenarbeit aller Arbeitnehmervertreter bemühen.

Trotz einer durch Fakten nicht gerechtfertigten Kampagne, begrüßt der DBV das wachsende Medieninteresse. Letztlich geraten hierdurch die vom DBV in den letzten Jahren durchgesetzten Tarifverträge (unter anderem norisbank, Volks- und Raiffeisenbanken) in den Fokus. Der DBV findet seine Interessenpolitik durch die kontinuierlich wachsenden Mitgliedszahlen bestätigt.

Das Fazit: Hintergrund der Vorwürfe von Verdi ist offenbar weniger der Wunsch, fachliche Kritik an der Leistung und Performance der DBV-Gewerkschaft sowie deren gewählten Aufsichtsratsmitgliedern zu üben. Das Verdi-Schreiben ist eher als politisches Manöver zur ideologischen Positionierung im Vorfeld der Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes einzuordnen.

Wir bedauern daher das Verhalten von Verdi. Denn wir sind der Ansicht, dass die Arbeitnehmervertretung von Diversifizierung profitiert, solange die beteiligten Parteien konstruktiv und zielorientiert zusammenarbeiten. Wichtig ist dabei eine Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Banker und nicht auf die eigene Existenzsicherung. Daher hoffen wir, dass es wieder zu Gesprächen mit Verdi kommt.


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