Studieren im Regenwald: Urwald-Akademie nimmt Betrieb auf Geschrieben am Freitag, 18. April 2008 von firmenpresse

München, 18. April 2008 – Wenn die Urwald-Akademie der Stiftung AMAZONICA in Ecuador Ende April erstmals den Lehrbetrieb aufnimmt, ist die Münchner Verlegerin Mascha Kauka ihrem Lebenstraum einen Schritt näher gekommen: Sie will den Regenwald im Amazonasbecken erhalten, um das Klima der gesamten Erde zu schützen und setzt Information und Bildung gegen Ignoranz und Zerstörung.

Nach mehr als 25 Jahren intensivsten persönlichen Engagements für die Indiovölker in Ecuador weiß Mascha Kauka, dass niemand den Regenwald so gut schützen kann wie seine Ureinwohner. Ihr Ziel ist es daher, in Zusammenarbeit mit den Indios Lebensformen für die Waldbewohner zu entwickeln, die Tradition und Moderne harmonisch vereinen. In Mustergemeinden wurde sechs Jahre lang ausgelotet, wie der Weg für das zukünftige Leben im Wald konkret aussehen kann. Jetzt sollen möglichst viele Indiovölker von diesen Erfahrungen profitieren und sich an der AMAZONICA-Akademie entsprechend ausbilden lassen.

Als erster Kurs beginnt am 28. April 2008 ein Seminar für künftige Führungskräfte. Teilnehmer sind die Mitglieder zweier Stämme aus der Amazonasregion, die sich dafür interessieren, in der Gemeinde künftig verantwortliche Positionen zu übernehmen. Sie können sich später politisch oder auch wirtschaftlich für das Gemeinwohl engagieren und sollen dafür an der Urwald-Akademie entsprechend vorbereitet werden. Auch würde ihnen das Diplom der Akademie die Aufnahme eines Studiums an der Universität von Cuenca ermöglichen, ein Zugang, der Indios mit „Waldabitur“ normalerweise erst nach einem Jahr „Probestudium“ gestattet wird.

Das Interesse am ersten Kurs der Urwaldakademie ist größer als die Aufnahmekapazität, denn von den 130 Bewerbern können nur 40 zugelassen werden. Alle haben das Abitur und werden nun zehn Monate lang intensiv gecoacht. Acht Frauen sind dabei.

Zu Kursbeginn werden der Rektor und fünf Dekane der Universität von Cuenca erwartet, zum Abschluss auch der Deutsche Botschafter. Die Dozenten stehen bereit, unter ihnen Mascha Kauka, die in der Schlussvorlesung das Thema „Verhaltensweisen und Kommunikation – traditionell und modern“ bearbeiten wird. Ehe sie an das Rednerpult tritt, hat sie – wie immer – selbst Hand angelegt, um den Akademiebetrieb reibungslos in Gang zu bringen. Stockbetten wurden gebaut, Duschen installiert und Kochtöpfe angeschafft. Nachdem noch keine Schulungsgebäude vorhanden sind, müssen die Dozenten und weiblichen Studenten im Sanitätsgebäude des Dorfes Quartier nehmen, die männlichen Studenten in Holzhütten. Tagungsstätte ist das Gemeindehaus. Für die Versorgung haben die Dorfbewohner Teams für das Kochen, Putzen und das Sammeln von Feuerholz gebildet. Und natürlich hat Mascha Kauka als Autorin von annähernd 140 Kochbüchern es sich auch nicht nehmen lassen, den Speiseplan für jeweils einen Monat – unter Berücksichtigung der Frage: Fangen wir heute Fisch oder gibt es Wildschwein? – zu entwickeln.

Dem Start des Akademiebetriebs steht nichts mehr entgegen – soweit es die Indios betrifft. Im Herbst 2009 soll die AMAZONICA-Akademie allerdings auch für Studenten und Wissenschaftler aus aller Welt geöffnet werden. Deutsche und ecuadorianische Universitäten haben ihre Mitarbeit zugesagt, die UNESCO die Schirmherrschaft übernommen. Umweltverträgliche Technologie, erneuerbare Energien, nachwachsende Rohstoffe, Klimatologie, Hydrologie, Bodenbiologie, Geoinformatik, Nutzung von Medizinalpflanzen für Pharmazie und Kosmetik, Management von Naturschutzgebieten, Ökotourismus und Ethnologie stehen auf dem Lehrplan. Neben theoretischen Seminaren werden Exkursionen, Feldarbeit und Workshops in Indiodörfern auf dem Stundenplan zu finden sein, postgraduierte Studiengänge und Diplome für bestimmte Seminare angeboten.

In der Hoffnung, dass Studenten, die über ein oder zwei Semester mitten im Urwald leben, ein tieferes Verständnis für den Klimaschutz entwickeln, hat die Gründerin der Akademie ein beeindruckendes Konzept entwickelt. Jetzt fehlen nur noch die finanziellen Mittel, um auch den internationalen Akademiebetrieb aufnehmen zu können. In den vergangenen 28 Jahren hat Mascha Kauka mit großem Engagement, Know-how und eigenen Mitteln in Ecuador viel erreichen können. Um die AMAZONICA-Akademie für Studenten und Wissenschaftler aus aller Welt attraktiv zu machen und die nötige Infrastruktur bereit zu stellen, ist sie jetzt aber auf Spender angewiesen, die sie mit ihrer Stiftung AMAZONICA zu finden hofft.


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