Anbieter von Finanzmarktdaten vor der Fusion Reuters-Thomson Financial Geschrieben am Montag, 17. März 2008 von firmenpresse Dauerhafter Stillstand oder nachhaltiger Impuls?

Mit der angekündigten Fusion von Reuters und Thomson Financial brechen für alle kleinen und mittelgroßen Anbieter im Finanzmarktdaten-Umfeld harte Zeiten an. Für alle? Nein. Tenfore Systems Ltd. sieht gute Chancen, sich gegen die Schwergewichte zu behaupten.

Mit der angekündigten Fusion von Reuters und Thomson Financial brechen für alle kleinen und mittelgroßen Anbieter im Finanzmarktdaten-Umfeld harte Zeiten an. Für alle? Nein. Tenfore Systems Ltd. sieht gute Chancen, sich gegen die Schwergewichte zu behaupten.

13 Milliarden Euro bietet die kanadische Mediengruppe Thomson Corporation für das Traditionsunternehmen Reuters Group. Nach der Fusion würde Thomson-Reuters über einen Marktanteil von 34 Prozent verfügen. Trotz der erdrückenden Marktmacht sieht Frank Jahraus, Senior Business Development bei Tenfore, Chancen für kleinere Anbieter, sich im Wettbewerb zu behaupten. „Mit Thomson-Reuters und Bloomberg werden zwei wahre Platzhirsche entstehen, denen kleinere Unternehmen vor allem mit Schnelligkeit in der Umsetzung von Kundenwünschen und Flexibilität in der Preisgestaltung begegnen müssen.“ Durch das Duopol sind kleinere Anbieter gezwungen, die eigenen Stärken noch mehr zu betonen. „Anbieter, die nah am Kunden arbeiten, erkennen die individuellen Bedürfnisse meist schneller als große und daher eher unbewegliche“, erklärt Jahraus. „Flexible Strukturen und Prozesse sind für große Unternehmen wesentlich schwerer umzusetzen als für kleine, bewegliche Einheiten, gerade wenn diese noch in einem fusionsbedingten Integrationsprozess stecken.“

Aber nicht nur aus Sicht des Wettbewerbs und des technologischen Fortschritts erfordert der Markt der Finanzdaten ein breites Spektrum an Anbietern. Selbst wenn sich Unternehmen für einen der marktbeherrschenden Anbieter als primären Datenlieferanten entscheiden, steht noch immer die Frage der Backup-Lösung im Raum. „Ein und dasselbe Unternehmen als primären Lieferanten und gleichzeitig als Backup-Quelle einzusetzen, ist nicht sehr förderlich“, erklärt Jahraus. „Kleine Anbieter, die dennoch weltweite Datenstreams liefern können, werden auch in Zukunft als Backup-Anbieter unverzichtbar sein. Von der ständigen Verfügbarkeit der Finanzmarkdaten hängt so viel ab, dass kein Unternehmen auf eine Backup-Lösung verzichten kann.“


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