Integrierte Managementsysteme mit Lotus Notes 8 Geschrieben am Montag, 14. Januar 2008 von firmenpresse Seit Mitte der 80er Jahre scheidet Lotus Notes die Geister:

Nicht auf der Höhe der Zeit sagen die einen, die beste aller denkbaren Plattformen sagen die anderen. Worüber dürfen sich Entwickler und Anwender freuen?

Mit dem neuen Release hat IBM einige grundlegende Ansätze umgesetzt. Notes 8 basiert auf einem Eclipse-Framework, womit das Ganze wesentlich offener geworden ist. Notes ist quasi nur noch ein Plugin, neben den anderen Lotus-Produkten. IBM macht damit einen großen Schritt in Richtung Serviceorientierte Architekturen (SOA). Aus Sicht der Entwickler tun sich neue Möglichkeiten auf, Stichwort Composite Applications, wo Verbindungen zwischen einzelnen Anwendungen geschaffen werden. Das ist natürlich auch für Dienstleister wie uns interessant, weil wir mehr und neuen Mehrwert in den Anwendungen schaffen können.

Insbesondere mit dem eigenen Dokumenten-Management-System, das den Schwerpunkt auf Verfügbarkeit und Lenkung von Dokumenten setzt, können Dokumente einfacher und sinnvoller kontextbezogen bereitgestellt werden. Da hilft uns das neue Release sehr. Eine weitere wichtige Neuerung ist die vereinfachte Nutzung von Webservices. Das kommt der Einbettung eigener Lösungen sehr entgegen. Ein anderer Ansatz ist die DB2-Integration, die es so vorher nicht gab.

Geht damit auch die traditionelle Rivalität von IBM und Microsoft in eine neue Runde?

Das sehe ich auch so, Microsoft Office SharePoint Server 2007 (MOSS) versus der neuen Lotus Produktsuite samt dem kostenlosem Office-Paket Symphony.

Wie oft mussten Sie in der Vergangenheit Microsoft Exchange und Lotus Notes/Domino verbinden?

Wir sind nicht der klassische Lotus-Notes-Dienstleister, wir sehen das eher durch die Brille der Geschäftsprozesse. Unsere Dokumenten-Lenkung beispielsweise basiert auf Notes, wird aber auch in Exchange-Umgebungen eingesetzt. Gleiches gilt für die anderen Notes-basierten Lösungen.

Wird die Integration der beiden Welten zunehmen?

Die strukturellen Möglichkeiten, beide Systeme sinnvoll parallel zu betreiben, nehmen eher zu. Da nähern sich beide Hersteller eher an.

SharePoint deckt die Anforderungen an die Infrastruktur für Collaboration ab, Geschäftsprozesse lassen sich bei spezilisierten Anbietern möglicherweise demnächst als Software-as-a-Services (SaaS) einkaufen. Wer braucht heute Notes? Und wofür?

Aus Sicht von IBM bildet Lotus mit seinen Modulen genau den Gegenpart zu SharePoint. So gesehen, könnte man die selbe Frage nach der Daseinsberechtigung auch an SharePoint stellen. Lotus geht konsequent in Richtung Collaboration, hier ist alles aus einem Guss, viele Funktionsbereichen sind miteinander verknüpft.

Was bedeutet das neue Release für eigene Entwicklungen?

Wir besetzen Lösungsnischen in diesem Marktsegment (In welchem? Wo?). Unternehmen, die auf Lotus als Plattform setzen, integrieren unsere Anwendungen in ihre bestehende Infrastruktur. So lassen sich aus dem Stand die Groupware-Funktionen nutzen, um Dokumente zu erstellen, zu lenken und freizugeben. Als Anwender kann ich mir selbst die Funktionalitäten zusammenstellen, Interaktivität spielt eine große Rolle. Da setzt Lotus Notes Synergien frei. Zusätzlich nutzen wir die vorhandene Public-key-Infrastruktur mit den entsprechendem Authorisierungsverfahren. Compliance ist in diesem Zusammenhang ebenfalls ein wichtiges Thema, das Lotus-Notes bereits berücksichtigt.

Bleibt der Kunden compliant, auch wenn mit einer zusätzlichen DMS-Lösung neue Prozesse etabliert werden?

Ja. Zu diesem Zweck bieten wir eine konfigurierbare Standardsoftware an. Dort kann ein Unternehmen seine Compliance abbilden, dafür gibt es entsprechende Beratungsleistungen.

Wo steht die PLATO AG im Vergleich zum Mitbewerb im Markt?

Wir sehen uns weniger als reine Lotus-Notes-Company, für uns ist Notes Mittel zum Zweck. Unser Markt ist Engineering und Compliance. Für einen Teil unserer Lösungen, die Managementsysteme, ist Lotus die passende Plattform. Mit der technischen Infrastruktur eines Unternehmens haben wir relativ wenig zu tun – wir liefern die Lösungen, mit der man Funktionen dieser Infrastruktur besser nutzen kann.

Lotus Notes/Domino: Dinosaurier oder 900 Pfund Gorilla im Markt?

Lotus 8 ist sicherlich kein Dinosaurier mehr. IBM nutzt Open Source- und Web 2.0-Technologien, die ganze Plattform ist mit dem SharePoint vergleichbar.

An welchen Systemen bzw. Technologien muss ein Dienstleister wie die PLATO AG andocken?

Grundvoraussetzung ist, dass jedes unserer Produkte eine flexible Architektur aufweist und ein API bereitstellt, das über Web-Services angesprochen werden kann. Dass wir Dokumente und Daten mit anderen Systemen austauschen können. Hier nutzen wir die bekannten offenen Standards.
Das Ziel muss immer sein, Software-Lösungen und Services anzubieten, die mit den Geschäftsprozessen und der IT-Landschaft harmonieren.

Quelle: Internview mit DOK.Magazin und Nico Matthäus, Produktmanager PLATO AG


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