Wirtschaftsbund NÖ: Erfolgreiche Lehrlingsmodelle mit Vorbildfunktion Geschrieben am Donnerstag, 29. November 2007 von firmenpresse Zwazl: "Statt sinnlose Reformen zu fordern, sollte SWV einen
Blick nach Niederösterreich werfen."

"Ich kann mich über die Vorschläge des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes nur wundern,", so Niederösterreichs Wirtschaftsbund-Obfrau Sonja Zwazl in einer ersten Reaktion auf die neuen Forderungen von Dr. Christoph Matznetter.

Während die gesetzliche Umsetzung des gemeinsam erarbeiteten Sozialpartnerpapiers Arbeitsmarkt - Zukunft 2010, wo auch Matznetter in seiner Funktion als Finanzstaatssekretär einen guten Beitrag leisten könnte, drängt, macht sich der SWV Gedanken über bereits umgesetzte oder schon oftmals ergebnislos diskutierte Themenbereiche.

Die Forderung nach der trialen Lehrlingsausbildung bringt kein inhaltliches Mehr gegenüber den derzeitigen Möglichkeiten. "Wir haben verschiedene Wege der Lehrausbildung, wobei die reguläre Lehre in einem Betrieb noch immer absolut vorrangig ist. Darüber hinaus werden die Lehrgänge nach dem Jugendausbildungssicherungsgesetz ohnehin in Zusammenarbeit mit den Bildungsinstituten durchgeführt. Lernschwache Jugendliche erhalten in Niederösterreich Gratis-Nachhilfeunterricht - eine gemeinsame Aktion von Wirtschaftskammer und AMS. Dieses Engagement für Lehrlinge ist eine der wichtigsten Säulen unserer erfolgreichen Wirtschaftspolitik", so Zwazl. Mit Unterstützung des SWV könnte dieses Modell auf Österreich erweitert und sinnvoll ausgebaut werden.

Auch Matznetters Idee eines Lehrlingsfonds ist keineswegs neu und trotzdem nicht besser geworden. "Die Zahl der Lehrlinge wird dadurch nicht steigen", weiß Zwazl. Vergleiche mit Staaten, die einen Lehrlingsfonds anbieten (zB. Frankreich), zeigen, dass der bürokratische Aufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen steht. Darüber hinaus bieten in Österreich einzelne Fachgruppen bzw. Fachverbände branchenbezogene finanzielle Lösungen an, die sehr gut funktionieren.

Bezüglich der Einführung eines 10. Pflichtschuljahres ist Zwazl davon überzeugt, dass sich dadurch das Problem der mangelnden Grundkenntnisse der Lehrstellenanwärter kaum verbessern würde. Die Versäumnisse liegen zumeist schon in den ersten Schuljahren. Wenn in dieser Zeit die entsprechenden Grundkenntnisse, die die Basis für das weitere Schulwissen darstellen, nicht erworben werden, sind diese in späteren Jahren nur schwer aufzuholen. "Wir sollten vielmehr die bestehenden Angebote zu Lehre & Matura weiter forcieren und, wie in Niederösterreich, kostenlos für Jugendliche anbieten. Und zwar österreichweit, so Zwazl abschließend.


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