Turbulente Zeiten für den Grünen Punkt Geschrieben am Freitag, 22. Juni 2007 von firmenpresse Staatsanwalt leitet Ermittlungsverfahren gegen DSD-Manager ein

Von Silke Landwehr

Köln, www.ne-na.de - Die Staatsanwaltschaft Köln hat nach einem Bericht des Handelsblattes jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen fünf DSD-Manager und den ehemaligen Europachef des Investors KKR eingeleitet. „Eine anonyme Strafanzeige wirft den Managern vor, die DSD-Altgesellschafter beim Verkauf der Grüne-Punkt-Firma durch ein zu niedriges Wertgutachten hintergangen zu haben. Vor einigen Tagen noch hatte eine Sprecherin der Kölner Müll-Gesellschaft die Beschuldigungen als ‚absurd’ zurückgewiesen“, so das Handelsblatt.

Namentlich beschuldigt werden in der Strafanzeige der frühere Aufsichtsratsvorsitzende der DSD AG Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Greipl (der auch heute noch als Aufsichtsratsvorsitzender der DSD GmbH auf der Website des DSD aufgeführt wird), das frühere DSD-Aufsichtsratsmitglied Philipp Freise, der ehemalige DSD-Vorstandsvorsitzende und CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Repnik, sein Nachfolger Peter Zühlsdorff, der ehemalige DSD-Finanzvorstand Diether Buchmann und der ehemalige Europavorstandsvorsitzende des Finanzinvestors KKR Ned Gilhuly.

„In nur 53 Minuten" hätten sich DSD-Aufsichtsrat und Vorstand am 28. Oktober 2004 darauf verständigt, den Aktionären das Übernahmeangebot von KKR zum Preis von 260 Millionen Euro zu empfehlen, heißt es an einer Stelle der Strafanzeige. Trotz eines für den 13. Dezember angekündigten Gegenangebots der Beteiligungsgesellschaft Englefield Capital habe Aufsichtsratschef Greipl zu exklusiven Verhandlungen mit KKR gedrängt. Am 30. November sei der Verkauf bereits perfekt gewesen. Offensichtlich seien ehemalige Aufsichtsmitglieder insgeheim an dem KKR-Fonds beteiligt gewesen. Mit einem „Gefälligkeitsgutachten" , das der ehemalige Finanzvorstand der DSD AG, Diether Buchmann, in Auftrag gegeben habe, hätten sie die Aktionäre über den wahren Wert des Unternehmens getäuscht, so die Vorwürfe in der Strafanzeige.

„Als Grundlage diente ein Wertgutachten von Pricewaterhouse-Coopers (PwC), das sich später als viel zu pessimistisch erwies. Tatsächlich fiel der Nettogewinn des DSD im darauf folgenden Jahr dreieinhalb Mal höher aus als von PwC angenommen. Statt der von KKR als Kaufpreis gezahlten 260 Millionen Euro, errechneten Analysten später, hätte den Gesellschaftern - in ihrer Mehrzahl Einzelhändler und Konsumgüterhersteller - gut 1,4 Milliarden Euro zugestanden. Politisch brisant: Entstanden war der hohe Wert des Unternehmens durch eine pralle Firmenkasse, die Deutschlands Verbraucher über Jahre hinweg mit übertrieben hohen verdeckten Zuzahlungen für den Grünen Punkt gefüllt hatten“, schreibt das Handelsblatt. Der mit der Strafanzeige verbundene Imageschaden könnte ein weiterer Rückschlag für KKR sein, das einen Käufer für den Grünen Punkt sucht, vermutet die FAZ.



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